MAURICE BOUILLON

Ich vermag den großen Wert einer Biografie nicht zu sehen. Meiner Meinung nach ist es nicht so interessant, wer oder was jemand ist. Mich interessiert eher was diese Person tut. Deshalb ist es doch interessant zu wissen, aus welchem Grund oder wie ein Autor schreibt und nicht durch welche "Fügung" er zum Schreiben kam. 
Das menschliche Gehirn weist eine mythologische Struktur auf. Mit anderen Worten denken wir alle in Geschichten. Sie berühren etwas tief in uns, sie sind Fundament jeglicher Kultur und können ebenfalls deren Untergang besiegeln. Die Macht einer guten Geschichte ist grenzenlos. Doch wieso?

Nun, Menschen handeln darin, sind uns Vorbild, Warnung, Mahnung oder Ideal. Deshalb ist der Kern einer großen Geschichten immer das menschliche Herzen im Konflikt mit sich selbst. Denn wir alle stehen uns doch zuweilen selbst im Weg, sind uneins und neigen sogar dazu Dinge zu tun, welche wir uns vor der Tat niemals zugetraut hätten. Dies machen uns Storys bewusst, sie dramatisieren die Wahrheit des Kampfes von Gut und Böse. Ein Kampf der nicht zwischen Ländern, Parteien, Ethnien, Interessengruppen oder gar Individuen tobt, sondern im Innern von uns allen.